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Hier ist die ganz ausführliche Antwort für alle, die sich ernsthaft überlegen, selbst zum Radio zu gehen. Teil 1 ist für absolute Einsteiger gedacht. Teil 2 ist die Fortsetzung für alle, die schon Erfahrung mit Radio haben und sich schon fit fühlen für einen Radiojob. |
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Natürlich gilt alles hier für Moderatorinnen genauso wie für Moderatoren - auch wenn ich nicht ständig von “ModeratorInnen” schreibe. Alle Angaben erfolgen nach bestem Wissen, aber ohne Gewähr. |
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Teil 1: Grundlagen und erste Erfahrungen |
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Für viele Leute - auch für mich - ist “Radiomoderator” ein Traumjob. Man erlebt viel, trifft interessante Leute, hat mit Musik zu tun und ist selbst ein bisschen prominent. :-) Also denkt Ihr vielleicht: “Das wär´ doch was für mich...”
Aber eines könnt Ihr gleich vergessen: Einfach so bewerben und dann gleich loslegen. Das läuft nicht. Niemand wird mal eben so und aus heiterem Himmel Moderator. Fast alle Moderatoren haben vorher schon in anderen Bereichen beim Radio gearbeitet, waren Reporter, Redakteure, Musikredakteure, DJs usw. Und sie haben dort schon viele Erfahrungen gesammelt.
Zuerst solltet Ihr Euch mal ein richtiges Bild machen von diesem Job - weil die Arbeit eines Moderators doch ganz anders ist, als sich das viele Leute vorstellen. Fangen wir doch gleich mal an. |
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Damit’s ein bißchen übersichtlicher wird, ist dieser erste Teil eingeteilt in die folgenden Bereiche: (Applaus bitte!!!)
1. Was genau macht eigentlich ein Moderator? 2. Welche Arten von Moderatoren gibt es? 3. Grundvoraussetzungen für den Job 4. Praktische Tips für erste Erfahrungen |
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1. Was genau macht eigentlich ein Moderator?
Klar, er redet im Radio. Aber er muß sich auch überlegen, WAS er eigentlich sagt. Das klingt komisch, aber denkt mal drüber nach. Was würdet Ihr sagen, wenn Ihr jetzt nach DIESEM Song auf Sendung müsstet??? Ist gar nicht so einfach...
Aber der Moderator ist nicht nur die Stimme im Radio. Während die Sendung läuft, bedient er - bei den meisten Sendern - auch die gesamte Studiotechnik. „Selbstfahren“ nennen wir das. Man hantiert mit Reglern, Tasten, Computern, und zwar ständig und unter großem Zeitdruck. Und man muss sehr viel rechnen, damit die Nachrichten nicht plötzlich zwei Minuten zu spät beginnen, nur weil ein Song davor mal etwas länger ist („Backtiming“). Dazu kommen bei großen Sendern die ständigen Absprachen mit dem Team, besonders mit dem Senderedakteur, der direkt für die Sendung zuständig ist..
Viele Leute wissen nicht, daß der Moderator nur ein kleiner Teil des Radio-Teams ist. Hinter ihm stehen viele kreative Menschen, die jede Sendung vorbereiten und abwickeln. MusikredakteurInnen planen die Songs, RedakteurInnen sorgen für die inhaltliche Vorbereitung. Welche Themen laufen in der Sendung - wie werden sie umgesetzt - welcher Autor macht das - welche Gäste laden wir ein - wo steht der Ü-Wagen - das alles klären und organisieren die fleißigen Leute im Hintergrund. Der Moderator setzt die im Team vorbereiteten Einzelteile dann zu einer Sendung zusammen und sorgt dafür, daß das Ganze am Ende auch wie Radio klingt.
Dazu muß er sich gut vorbereiten. Interviews sollten natürlich besonders gut durchdacht sein. Die meisten Moderatoren sind deshalb schon einige Stunden vor der Sendung im Funkhaus. Die Vorbereitung für Morgen- und Vormittagsshows läuft sogar schon am Tag vor der Sendung.
Ihr merkt schon: Radio macht sehr viel Spaß, ist aber viel mehr Streß und viel mehr Arbeit, als die meisten Leute denken. Abgeschreckt??? Nein?!? OK, dann geht’s weiter. |
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2. Welche Arten von Moderatoren gibt es?
Jeder Moderator ist anders und jeder hat seine ganz persönlichen Gründe, warum er oder sie zum Radio gegangen ist. Aber es hat sich gezeigt, daß Moderatorinnen und Moderatoren meist einer dieser Gruppen angehören:
Journalisten Diese Moderatoren haben eine prima Allgemeinbildung und wissen, was in der Welt so los ist. Sie können Themen interessant anmoderieren und Interviews führen. Sie haben meist eine journalistische Ausbildung - z.B. ein Volontariat - hinter sich. Viele haben studiert oder studieren noch. Es gibt kein typisches Studienfach, aber man trifft oft Leute, die Politikwissenschaft studiert haben, Geschichte, Sprachen oder Journalistik.
Musikfreaks Die interessieren sich etwa seit ihrer Geburt für Musik. Schon vor ihrer Zeit beim Radio haben sie ihr gesamtes Geld für Platten und Konzerte ausgegeben. Zu Hause horten sie so viele CDs, daß kein Platz mehr für den Kühlschrank ist. Sie wissen alles über Musik. Viele spielen in einer Band oder legen nebenbei auf.
Radio-Maniacs Diese Leute LIEBEN Radio. Sie haben schon mit acht vor der Kiste gehangen und zugehört, mit zehn aus den Kabeln der Modelleisenbahn ihr erstes Studio gebaut, kurz danach ihre erste richtige Sendung gemacht. Sie mögen Jingles, kennen alle Mikrofontypen und fast alle Sender. Für sie ist klar, daß sie nie etwas anderes machen wollen als einfach nur RADIO. Wenn sie nicht mehr ans Mikro dürfen, bekommen sie Falten und eröffnen eine Tauchschule auf Bali.
Verrückte Das sind die, die sowieso immer im Mittelpunkt stehen. Die Freaks, die regelmäßig durchknallen und alle 10 Sekunden einen (dummen?) Spruch ablassen.
Natürlich gibt es auch Moderatoren, die mehreren Gruppen angehören - zum Beispiel der journalistisch ausgebildete Musikfreak oder der Radio-Maniac, der gehörig einen an der Waffel hat. Für Euch ist wichtig: Wenn Ihr Euch einer dieser Gruppen nahe fühlt, dann seid Ihr schon einen Schritt weiter. |
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3. Grundvoraussetzungen für den Job:
- große Klappe - Talent - interessante Stimme (muß nicht unbedingt „schön“ klingen - interessant eben...) - Keine extremen Sprachfehler, kein extremer Dialekt - Teamfähigkeit - Gute Allgemeinbildung - Große Streßbelastbarkeit - Schnelle Auffassungsgabe, gute Reaktionen - Dickes Fell - Möglichst musikalisch - Geschicklichkeit im Umgang mit Technik - Viel Erfahrung mit Radio, in möglichst vielen Bereichen
Viele andere Qualifikationen, die von den Sendern oft gefordert werden, sind heute nicht mehr soooo wichtig:
- Abitur und abgeschlossenes Studium (ist immer gut, praktische Erfahrung und die Sachen, die weiter oben stehen, sind aber wichtiger. Es gibt einige Kollegen, die kein Abitur haben.) - Fremdsprachen (ist auch immer gut, muß aber nicht sein) - Volontariat (Berufsausbildung zum Redakteur, haben manche gemacht, aber längst nicht alle) Allgemein gilt: Je höher und besser Euer Schulabschluss ist, desto bessere Karten habt Ihr beim Radio. Wichtiger als Schule, Studium und Volontariat sind aber Talent und möglichst viel praktische Erfahrung beim Radio. Mehr Infos zum Thema Studium/Volontariat gibt es später im zweiten Teil dieses Ratgebers.
Alles klar soweit?!? Gut. Die Dinge, die ich Euch bis jetzt aufgeschrieben habe, sind ja noch ziemlich allgemein. Geht das vielleicht auch mal etwas genauer? Klar! Wie Ihr ja schon mitbekommen habt, ist das allerwichtigste beim Radio, daß man möglichst viel praktische Erfahrungen sammelt. Aber wie??? |
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4. Praktische Tips für erste Erfahrungen:
Zuerst mal gucken...
Zunächst mal solltet Ihr hinter die Kulissen eines Senders gucken. Das geht bei jedem öffentlich-rechtlichen Sender und auch bei vielen Privatsendern. Macht eine Führung oder bewerbt Euch für ein Schnupperpraktikum. Sprecht mit den Macherinnen und Machern. Dann mal selbst was machen...
Wenn Ihr merkt, daß Ihr wirklich zum Radio wollt, dann müßt Ihr selbst aktiv werden. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, die sehr mit Eurem Alter und Eurem Wohnort zusammenhängen. Sucht Euch erst ganz kleine Sender aus und versucht, in allen Bereichen Erfahrungen zu sammeln. Macht Beiträge, Interviews, Reportagen und irgendwann vielleicht mal eine eigene Sendung. Zum Beispiel hier:
- In einigen Krankenhäusern in Deutschland gibt es Krankenhausradios. Da wird Programm für die Patienten gemacht. Man kann jede Menge Erfahrungen sammeln und moderieren bis zum Abwinken. Und man hat richtige Hörer! Aber Vorsicht: Die meisten Krankenhaussender haben sich mit ihrer Musik auf das Alter der Patienten eingestellt - deshalb läuft viel Schlager, Klassik und so weiter. Und die Leute arbeiten ehrenamtlich, es gibt also kein Geld! Aber es ist Radio und es kann sehr viel Spaß machen - ganz nebenbei ist es ein sehr lobenswertes soziales Engagement. Erkundigt Euch in den Krankenhäusern in Eurer Nähe, ob es dort so was gibt. Ich habe ein paar Links zu allen mir bekannten Krankenhausradios in Deutschland zusammengestellt - die Liste findet Ihr hier!
- In den NRW-Lokalradios läuft täglich der Bürgerfunk. Da senden verschiedene “Gruppen” mehr oder weniger leise vor sich hin. Prinzipiell könnt auch Ihr dabei mitmachen. Infos über die Radiowerkstätten bekommt Ihr bei der Landesanstalt für Medien NRW oder direkt bei Eurem Lokalradio.
- Auch Internetradio kann eine Chance für Euch sein. Die Sender findet Ihr über die üblichen Suchmaschinen. Meistens gibt´s kein Geld, dafür aber Spaß. Mitmachen könnt Ihr zum Beispiel beim owf-Internetradio.
- Ihr könnt ein Einsteigerseminar belegen. Kontakte findet Ihr z.B. auf meinen Seiten Ausbildung und Seminare. Auch viele Volkshochschulen bieten Radiokurse oder Radiowerkstätten an. Infos bei Eurer VHS.
- Vielleicht gibt es auch in Eurer Stadt einen „Offenen Kanal“ - oder “nichtkommerzielles Lokalradio”. Auch hier hilft Euch Eure Landesanstalt für Medien weiter. Es gibt eine Landesanstalt in jedem Bundesland.
- Einige Universitäten haben ein eigenes Uniradio. Manchmal werden die Sender von der Universität betrieben, manchmal von Vereinen oder Initiativen. Hier kann eigentlich jeder mitmachen und man kann vielfältige Erfahrungen sammeln. Auch über die Uniradios weiß Eure Landesanstalt Bescheid.
-Wer als Wehrpflichtiger/Zeitsoldat zur Bundeswehr muß/will, kann seinen Wehrdienst beim Bundeswehr-Radiosender in Mayen ableisten. Die Leute dort machen Sendungen für die Bundeswehrsoldaten im Ausland, teilweise live vor Ort. Unbedingt mindestens ein Jahr vorher bewerben, am besten gleich nach der Musterung.
- Man kann auch selbst mal rumprobieren. 2 CD-Player oder mp3-Player, Mikro, Kopfhörer und ein kleines Mischpult - das reicht ja schon. Sendet einfach mal ein bißchen für Euch oder macht Sendungen für Eure Freunde - das bringt Übung und Spass. |
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Wenn Ihr schon Erfahrung habt und wirklich zu einem richtigen Radiosender wollt - mit Geld verdienen, endlosem Ruhm und Fans, die Euch zu Füßen liegen, dann lest weiter im
TEIL 2 meines Ratgebers “Wie wird man eigentlich Radiomoderator?” |
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Christoph Flach |
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